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Lebensversicherer erzielen Rekord bei Hypothekendarlehen

Ein Immobilienkredit direkt vom Lebensversicherer? Ja, auch das geht! Die Lebensversicherer haben 2019 deutlich mehr Kredite für Wohnungsbau und Wohnungskauf vergeben, berichtet aktuell die Versicherungswirtschaft. Insgesamt wurden 8,9 Milliarden Euro an Hypothekendarlehen ausgezahlt. 

Die Zinsen sind noch immer im Keller: Besserung ist auch dank der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht abzusehen. Zugleich explodieren die Mieten in Deutschland seit Jahren, speziell in Großstädten ist Wohnraum knapp. Kein Wunder, dass immer mehr Bundesbürger beim Thema Altersvorsorge auch auf die eigene Immobilie setzt, also ein Haus kauft oder baut. 

Das merken auch die Lebensversicherer. Nie zuvor haben sie so viele Hypothekendarlehen ausgezahlt: 2019 summierte sich der Betrag auf 8,9 Milliarden Euro, was 5,8 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der überwiegende Teil der Kreditzusagen diente zur Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, etwa 17 Prozent der zugesagten Darlehen waren für den Bau größerer Mietshäuser reserviert.

Was ist ein Hypothekendarlehen?

Stark vereinfacht vergeben bei Hypothekendarlehen die Versicherer ein Darlehen bzw. einen Kredit an Kundinnen und Kunden, die ein Haus kaufen oder bauen wollen. Der Kredit wird über eine Hypothek abgesichert: in der Regel eine Immobilie oder ein Grundstück, die dem Versicherer als Sicherheit für die Rückzahlung des Kredites dient. Für das Haus bzw. die Wohnung muss hierbei ein sogenanntes Grundpfandrecht ins Grundbuch eingetragen werden: notariell beglaubigt. Der Kredit wird dann nach und nach zurückerstattet, bis die Hypothek getilgt ist. Das ist über variable und gebundene Zinssätze möglich.

Ob sich ein Hypothekendarlehen für die Finanzierung einer Immobilie eignet, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Zwar lässt sich – dank der gegebenen Sicherheit – der Zins bei der Rückzahlung der Kreditraten reduzieren. Zugleich sollte aber bedacht werden, dass mit einer vorzeitigen Kündigung des Darlehens oft hohe Ablösegebühren anfallen, so dass diese Form der Haus-Finanzierung recht unflexibel ist. Die Eintragung ins Grundbuch und hierfür notwendige Prüfung des Grundstücks/der Immobilie erzeugt ebenfalls zusätzliche Kosten. 

Wofür diese Darlehen verwendet werden, zeigt auch die GDV-Statistik. Von den im Jahr 2019 neu zugesagten Darlehen sind 30 Prozent für Wohnungsneubauten angedacht. Gut die Hälfte des Kreditvolumens entfällt auf Wohnungs- bzw. Immobilienkäufe und den sonstigen Neubau, womit zum Beispiel Renovierungen oder Umbauten gemeint sind. Knapp 16 Prozent der Kreditsumme werden zur Umschuldung bestehender Verbindlichkeiten genutzt.

Nicht überstürzt in Bau-„Abenteuer“!

Trotz niedriger Zinsen und steigender Wohnungspreise: ein Hausbau oder -kauf sollte nicht überstürzt werden, sonst findet man sich schnell in der Schuldenfalle wieder. Wer ein solchen Schritt plant, braucht Sicherheiten: zum Beispiel einen festen Job mit gesichertem Einkommen. Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass zusätzlich zum Hausbau Folgekosten hinzukommen: für den Notar, die Grundsteuer, die Erschließungskosten, Grunderwerbskosten etc. Diese sollten ebenfalls einkalkuliert werden. Darüber hinaus empfehlen sich ein Hinterbliebenenschutz sowie weitere Absicherungen (Bauherrenhaftpflicht, Bauleistungsversicherung, Feuerrohbauversicherung oder entsprechende Kombiprodukte), damit der Traum vom Eigenheim kein Alptraum wird. 

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