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Corona: Wenn die Gesundheit leidet

Viele Menschen erleben den „Lockdown“ aufgrund der Corona-Pandemie als belastend: Durch „Social Distancing“ fehlen soziale Kontakte. Zugleich aber fordern Homeoffice und Homeschooling die Familien doppelt heraus: Streitsituationen nehmen zu. Bewegung hingegen ist schwerer durch alltägliche Routinen zu erreichen: Fitnesscenter haben erst seit kurzem wieder geöffnet, der Sport im Verein ist nur mit Einschränkungen möglich. Selbst alltägliche Wege fallen für manch einen „Home-Worker“ weg: Wer bei schönem Wetter zum Beispiel mit dem Fahrrad ins Büro fuhr, bleibt beim Homeoffice zuhause. 

Zwar bestimmen solche Auswirkungen nicht das Leben aller Menschen – zugleich steigen einige Menschen auch vom Bus aufs Fahrrad um, um sich nicht anzustecken. In den Städten häufen sich Joggerinnen und Jogger, manch ein Mensch ist dankbar über mehr Zeit in der Familie. Aber dennoch: Auswirkungen des Lockdown scheinen für viele negativ – und zwar sowohl durch körperliche Folgen als auch durch Folgen auf die seelische Gesundheit. Das zeigt nun unter anderem auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. 

„Corona“ bedeutet für einige: Mehr Alkohol, mehr Tabak und weniger Sport 

Denn eine Stichprobe unter rund 1.000 Deutschen ergab: Tatsächlich nehmen ungesunde Verhaltensweise im Lockdown zu. So gab jeder zehnte Deutsche (zehn Prozent) an, seit dem Ausbruch des Coronavirus zu viel zu essen. Beinahe ebenso viele Befragte berichteten über einen gesteigerten Tabak- und Alkoholkonsum (neun Prozent und acht Prozent). Und sogar jeder vierte Deutsche (25 Prozent) gab an, sich infolge der COVID-19-Pandemie nicht ausreichend zu bewegen. Nicht jeder also kompensiert die wegfallende Bewegung mit Jogging – im Gegenteil. 

Doch deuten solche Befunde nur indirekt auf eine psychische Belastung durch den Lockdown, machen sich psychische Auswirkungen durch weitere Befunde auch direkt bemerkbar: Etwa jeder siebte Bundesbürger (14 Prozent) klagt aktuell über eine schlechte Schlafqualität. Frauen (15 Prozent) sind dabei etwas häufiger von Einschlaf- und / oder Durchschlaf-Problemen betroffen als Männer (zwölf Prozent). Alarmierend aber ist ein zusätzlicher Befund der Umfrage: Fast jede zehnte Frau in Deutschland leidet wegen Corona unter Symptomen einer Depression (neun Prozent) oder Angstzuständen (acht Prozent). Bei den männlichen Befragten führen die Unsicherheiten der Coronakrise – nach eigenen Angaben – etwas seltener zu psychischen Problemen (sieben Prozent bzw. fünf Prozent) und ist dennoch aus Sicht der Befragten – betrachtet man diese Zahlen – relevant.

BU-Schutz geboten: Die Corona-Krise zeigt die Gefahr  

Kann Corona aber auch ein Anlass sein, den Status seines Versicherungsschutzes zu überprüfen – zum Beispiel für den Fall der Berufsunfähigkeit? Die Krise kann es in der Tat! Und dies betrifft nicht nur direkte Folgen der Corona-Erkrankung wie eine dauerhafte Minderung der Atemleistung nach Angewiesen-Sein auf ein Beatmungsgerät. Sondern auch indirekte Folgen wie eine Berufsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen sollten durch Versicherungsschutz abgedeckt sein. Das wird anschaulich an einem simplen Fakt: Mehr als 37 Prozent der neuen Leistungsfälle einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sind mittlerweile auf die Ursachen psychische Erkrankungen und Nervenkrankheiten zurückzuführen – und damit auf Krankheiten, die durch Stress und Druck begünstigt sind. 

Psychische Erkrankungen sind demnach mittlerweile Auslöser Nummer eins für den Bezug einer Rente wegen Berufsunfähigkeit: Die Corona-Krise macht anschaulich, was auch ohne Pandemie droht, sobald Stress und belastende Situationen zu einer Berufsunfähigkeit führen. Ein Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente würde in solchen Fällen jedoch häufig nicht bestehen: Volle Erwerbsminderung nach dem 6. Sozialgesetzbuch liegt erst dann vor, wenn Betroffene wegen Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden täglich arbeiten können — egal in welcher Tätigkeit. Und eine Depression macht einfache Aufgaben bis zu drei Stunden täglich möglich – es besteht dann kein Anspruch auf eine gesetzliche Rente. Zynisch könnte man formulieren: Auch Menschen mit einer psychischen Erkrankung wie einer Depression können noch drei Stunden am Tag Schrauben sortieren und haben deswegen keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente wegen Erwerbsminderung. 

Hingegen greift eine private BU-Police in der Regel bereits dann, wenn ein Versicherungsnehmer wegen einer Krankheit oder eines Unfalls weniger als 50 Prozent berufsfähig ist – auch bei einer psychischen Erkrankung. Und diese Maßgabe orientiert sich am bisher ausgeübten Beruf. Selbst für Verbraucherschützer ist demnach eine BU-Versicherung ein „Must Have“. Wer diesbezüglich Rat sucht, der sollte sich an eine Expertin oder einen Experten wenden. 

Bild von Markus Winkler von Pixabay

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